Dr. Dr. Evelin Lindner

Dr. Dr. Evelin Lindner

 

2016-04-06: Friedensnobelpreis 2016

Erneute Nomonierung von Evelin Lindner. 2015 war Evelin Lindner bereits nominiert.

"Das Lebensthema von Dr. Dr. Evelin G. Lindner ist
die Menschenwürde und ihre Lebensprofession die
Mitmenschlichkeit. Diese lebt sie konsequent.
Ihre Nominierung zum Friedensnobelpreis 2015 –
und wiederum 2016 – wurde unter anderem mit
folgenden Worten begründet: „Ihre Pionierarbeit,
ihre Herangehensweise und Methodik sind nicht nur
akademisch relevant, sondern von besonderem praktischem
Wert.“ Auf meine Frage, wie sie von ihrer
Nominierung erfuhr, meinte sie mit einem Schmunzeln:
„Norwegen ist ein kleines Land“. Zuerst erfuhr
sie mündlich davon, aber kurze Zeit später wurde die
Nominierung öffentlich gemacht.
Die Kernelemente der World Dignity University
Der Nutzen von Würde: Das Ideal der gleichen
Menschenwürde ist der Kern der Menschenrechte
und dieses ist nicht nur moralisch wünschenswert,
sondern auch nützlich. Eine Kultur der gleichen Menschenwürde
ist nützlich, u. a. weil eine solche Kultur
Demütigung verhindert und heilt und Kooperation
erleichtert. Neue Forschungen zeigen, dass eine Gesellschaft
von relevanter Gleichheit förderlich ist für
Gesundheit und Stabilität, sowohl auf individueller
als auch auf gemeinschaftlicher Ebene.
Die Notwendigkeit globaler Aktionen: Heute stehen
wir als Menschheit vor großen globalen Probleme,
deshalb müssen wir weltweit eine Kultur der
gleichen Menschenwürde fördern. Probleme können
nicht effektiv gelöst werden, wenn gegenseitige Demütigung
den erforderlichen Dialog und Kooperation
behindern. Das bedeutet, dass die World Dignity University
für das Menschenrecht auf Bildung, zusätzlich
zu Ausbildung, weltweit eintritt, auch in jenen Teilen
der Welt, die bis jetzt noch nicht erreicht werden.
Die Notwendigkeit globaler Organisationsstrukturen:
Die Erfahrungen mit dem Netzwerk Human Dignity
and Humiliation Studies zeigen, dass ein Ansatz
der World Dignity University als eine multilokale und
globale Bewegung ohne Hauptquartier der stabilste
Ansatz ist. Die Idee der World Dignity University wurde
2011 von Norwegen aus lanciert, und zwar wegen
ihrer likeverd1 -Tradition. Eine weltweite Bewegung, in
der alle zum gemeinsamen Wohl beitragen, ist widerstandsfähiger
als eine starre Institution, die abhängig
ist von einigen wenigen Finanzierungsquellen oder
die Gewinnmaximierung als Ziel hat. Dies eröffnet
auch Raum für das Ideal der akademischen Freiheit.
Würde muss in würdiger Weise verwirklicht werden:
Es ist kränkend, etwas übergestülpt zu bekommen,
auch wenn es etwas ist, das unter anderen
Umständen willkommen wäre. Es wäre kränkend,
wenn z. B. Norwegen oder Deutschland dem Rest
der Welt ihre Kultur aufzwingen wollten. Die Organisationsstruktur
der World Dignity University muss
daher Würde ausdrücken, zum Beispiel dadurch, dass
sie das Prinzip von Einheit in Vielfalt verwirklicht. Es
müssen multilokale und globale Synergien gefördert
werden." Claudia Lutschewitz, Mediator Ausgabe 01/2016 · 4. Jahrgang

 

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2014-08-10: Evelin Lindner: "Vielleicht ein schneller Gedanke zu meiner Selbstdefinition, alles auch zu sehen auf: www.humiliationstudies.org/
Der Sufimystiker Hafis schreibt: „I have learned so much from God that I can no longer call myself a Christian, a Hindu, a Muslim, a Buddhist, a Jew. The truth has shed so much of itself in me that I can no longer call myself a man, a woman..."

Meine Version: "I have learned so much from the larger universe of meaning around us that I can no longer call myself a Christian, a Hindu, a Muslim, a Buddhist, a Jew. The truth has shed so much of itself in me that I can no longer call myself a man, a woman... "
Deutsch (meine Übersetzung):
Ich habe so viel von dem größeren Sinn-Universum um uns herum gelernt, dass ich mich nicht mehr Christ, Hindu, Moslem, Buddhist oder Jude nennen kann. Die Wahrheit hat soviel von sich in mir offenbart, dass ich mich nicht mehr Mann oder Frau nennen kann..."

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Evelin Gerda Lindner ist eine deutsche Ärztin, Psychologin und Konfliktforscherin.

Evelin Lindner promovierte 1994 an der Universität Hamburg in Medizin und

2001 an der Universität Oslo in Psychologie.

Seit 1977 lebt sie zeitweise in Norwegen. (Wikipedia) -   u. a.  in den USA (Manhatten), Japan, Australien und  Deutschland. 

Sie selber sagt: "Ich lebe global, in ca. 5 verschiedenen Ländern pro Jahr, ich lebe papierlos." 

Geboren: 1954 
Ausbildung: Universität Hamburg etc. 

Ärztin, Psychologin und Konfliktforscherin, Forscherin.

 

Lindner wird von Aaron Lazare als eine der führenden Forscher auf dem neuen Gebiet der Humiliation Studies bezeichnet.[2] Sie ist Gründerin und Präsidentin des Forschungsnetzwerks "Human Dignity and Humiliation Studies" und Gründerin der Journal of Human Dignity and Humiliation Studies.

 

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Evelin Lindner: A Nondualist

 

1st April 2011, written for Evelin Frerk

Evelin G. Lindner, MD, PhDs (Dr psychol, Dr med)
Transdisciplinary social scientist and humanist, Founding President of Human Dignity and Humiliation Studies (www.humiliationstudies.org)

Contents

 

Brief Biographical Background of Evelin Lindner in English ..............................................................................................1

Kurzer Biographischer Hintergrund von Evelin Lindner in Deutsch ..................................................................................2

Evelin Lindner: A Nondualist (English, adapted from Gender, Humiliation and Global Security, pp. xx-xxvi) ......................3

Evelin Lindner: Ein Nondualist

(Deutsch, angepasst und übersetzt von Gender, Humiliation and Global Security, Seiten xx-xxvi) ....................................8

Reference List .............................................................................................................................................................14

Brief Biographical Background of Evelin Lindner in English 1

Evelin Lindner is a transdisciplinary social scientist and humanist. She draws on a wide range of fields, from neuroscience to political science or philosophy. She holds two Ph.D.s, one in medicine and the other in psychology. She is the Founding President of Human Dignity and Humiliation Studies, a global network of academics and practitioners (HumanDHS, www.humiliationstudies.org). Lindner lives and teaches globally, affiliated not only with Teachers College, but also with the University of Oslo, Norway, or the Maison des Sciences de l'Homme in Paris.

In 1996, she designed her doctoral research project at the University of Oslo on the concept of humiliation and its role in war and genocide. German history served as starting point. It is often assumed that the humiliation of the Germans through the Versailles Treaties after World War I was partly responsible for World War II and the Holocaust. It seemed therefore important to understand the nature of humiliation and how it is related to the occurrence of war and mass violence.
From 1997-2001, Lindner carried out this research, interviewing over 200 people who were either implicated in or knowledgeable about the mass killings in Rwanda, Somalia, and Nazi Germany. Since 2001, Lindner has developed Human Dignity and Humiliation Studies as an international platform for further work on dignity and humiliation. She continues with her personal research and is working on a theory of humiliation. Her research indicates that, indeed, the dynamics of honour, dignity, and humiliation may be at the core not only of terrorism, war, and genocide, but also of the lack of social and ecological sustainability locally and globally. Lindner believes that understanding the role of dignity (with humiliation as its violation) is crucial if the world community is to succeed in overcoming the crises it currently faces.
Lindner is the author of Making Enemies: Humiliation and International Conflict, published by Praeger in 2006 with a Foreword by Morton Deutsch, Professor Emeritus of Teachers College, Columbia University, New York. This book was praised as path-breaking and honoured as a Choice 2007 Outstanding Academic Title.
Her second book is titled Emotion and Conflict: How Human Rights Can Dignify Emotion and Help Us Wage Good Conflict, also published by Praeger, in 2009, with a Foreword by Morton Deutsch.
Her third book is Gender, Humiliation, and Global Security: Dignifying Relationships from Love, Sex, and Parenthood to World Affairs (Praeger, 2010), with a Foreword by Archbishop Desmond Mpilo Tutu.
Furthermore, Lindner is the author of many articles and chapters, see full texts on www.humiliationstudies.org/whoweare/evelin02.php.

 

Kurzer Biographischer Hintergrund von Evelin Lindner in Deutsch 2

Evelin Lindner ist eine transdisziplinärere Sozialwissenschaftlerin und Humanistin. Sie stützt sich auf eine Vielzahl von Bereichen, von der Neurowissenschaften bis hin zu Politikwissenschaften oder Philosophie. Sie hält zwei Doktortitel, einen in Medizin und den anderen in Psychologie. Sie ist die Gründungspräsidentin von Human Dignity and Humiliation Studies, einem globalen Netzwerk von Wissenschaftlern und Praktikern (HumanDHS, www.humiliationstudies.org). Evelin Lindner lebt und lehrt weltweit und ist mit vielen Universitäten verbunden, wie z.B. der Columbia University in New York City, der Universität von Oslo in Norwegen oder dem Maison des Sciences de l'Homme in Paris.

 

Im Jahr 1996 entwarf sie das Forschungsprojekt für ihre Doktorarbeit an der Universität von Oslo über das Konzept der Demütigung und dessen Rolle für Krieg und Völkermord. Deutsche Geschichte diente als Ausgangspunkt. Es wird oft angenommen, dass die Demütigung der Deutschen durch die Versailler Verträge nach dem Ersten Weltkrieg mitverantwortlich war für den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Es schien daher wichtig, die Natur von Demütigung zu verstehen und wie sie im Zusammenhang steht mit dem Auftreten von Krieg und Massengewalt.

Von 1997 bis 2001 führte Evelin Lindner diese Forschung durch und interviewte über 200 Menschen, und zwar solche, die verwickelt waren, oder Kenntnisse hatten über die Massenmorde in Ruanda, Somalia und Nazi-Deutschland. Seit 2001 entwickelt sie Human Dignity and Humiliation Studies als internationale Plattform für die weitere Arbeit über Würde (und Erniedrigung als ihre Verletzung). Gleichzeitig fährt sie fort mit ihrer persönlichen Forschung und arbeitet an einer Theorie der Demütigung. Ihre Forschung zeigt, dass die Dynamik der Ehre, Würde und Erniedrigung im Kern zu finden ist nicht nur von Terrorismus, Krieg und Völkermord, sondern auch vom Mangel an sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, lokal und global. Lindner glaubt, dass das Verständnis der Rolle der Würde des Menschen (mit Erniedrigung als seine Verletzung) entscheidend ist, wenn es der Weltgemeinschaft gelingen soll, die Krisen, die sie zur Zeit , zu überwinden.
Lindner ist die Autorin von Making Enemies: Humiliation and International Conflict, veröffentlicht von Praeger im Jahr 2006 mit einem Vorwort von Morton Deutsch, Professor Emeritus of Teachers College, Columbia University, New York City. Dieses Buch wurde als wegweisende geehrt, als Choice 2007 herausragender akademischer Titel.
Ihr zweites Buch ist Emotion and Conflict: How Human Rights Can Dignify Emotion and Help Us Wage Good Conflict, auch von Praeger veröffentlichte im Jahr 2009 mit einem Vorwort von Morton English.
Ihr drittes Buch ist Gender, Humiliation, and Global Security: Dignifying Relationships from Love, Sex, and Parenthood to World Affairs (Greenwood, 2010), mit einem Vorwort von Erzbischof Desmond Tutu Mpilo.
Darüber hinaus ist Lindner die Autorin vieler Artikel und Kapitel; Volltexte finden sich auf www.humiliationstudies.org/whoweare/evelin02.php.

 

Evelin Lindner: A Nondualist (English, adapted from Gender, Humiliation and Global Security, pp. xx-xxvi)

For many decades, I have studied how humans are faring on planet Earth. Few scholars can look back on the kinds of experiences that provide me with a global and transdisciplinary bird’s eye perspective. Being born into a displaced family (from Silesia in Central Europe) that was deeply traumatized by war, the need to develop Geschichtsbewusstsein  (awareness of history) and to stand up for “never again,” became central for my life. My life became a project, a project with the aim of learning about the world so I might be better equipped to help make it more humane. I am an intercultural voyager, a label coined by psychologist David R. Matsumoto.  Unlike a vindicator, a voyager uses the challenges of cultural diversity and intercultural conflicts as a stage for forging new relationships and new ideas. Consequently, I cherish meeting strangers and encounter strangeness with the entire range of my vulnerabilities.

I have now lived as a global voyager for more than three decades, not merely traveling to or visiting one other culture, but becoming part of many cultures and acquiring knowledge of all major language families. My background in a displaced family has enabled me to empathize with the suffering of the marginalized and excluded around the world. Being born into a female body has given me access to all spheres in segregated societies, including the female. I have developed a gut feeling for how people in different cultures define life and death, conflict and peace, love and hatred, and how they look at others. My educational background is broad—I hold two PhDs and define myself as a transdisciplinary social scientist with a continuous interest in natural sciences (initially, I planned to study physics). Usually, academic careers become more specialized over time, with the first semester providing a general introduction, then narrowing down into specialized fields. My path is reverse. With my education, I could live the privileged life of a professor at a university in a wealthy part of the world, yet I choose to invest my privileges into serving the greater common good rather than consume them myself, and I do that by always widening my horizon further. I believe that peace scholar Johan Galtung is correct in his observation that peace researchers are so few because the mobility that is necessary to know the entire world (beyond traveling to conferences or field work) is prohibitive, not least because also scholars, as everybody else, depend on attaining tenure and paying their mortgages.  As a result, as I see it, not only peace research but academia as a whole is not living up to its ideal of academic freedom.
I try to maximize academic freedom by defining myself as one of the first professors of a world university, free from national and corporate interests.  Since I have no family who would suffer from me being too daring, I can take risks with my personal life that others are unable to take.
I am aware of the pitfalls that generalists face—they know little about too much—but I still think that my experience is best invested in a generalist way. There are many perfectly able specialists around, while only a few dare to walk on the ice of asking foundational questions and building larger models of understanding. Who else than a person like me, with this particular background, can dare to be daring? My resource is that I am unsettled and unacculturated into any particular culture, while at the same time being close to all of humankind. This unusual mixture of distance and closeness, combined with a deep experience of, and empathy with pain and suffering, gives my work an unusual perspective. To me, my background represents a responsibility and I wish to accept the duty entailed in it, even though it would be much easier to live a more mainstream life. My book Making Enemies: Humiliation and International Conflict (2006) was the product of decades of work, resting on my entire life experience.  It received evaluations that encourage me to continue on this path.
 

Kuhn’s conceptualization manifests itself in my life and work in many ways. I receive support from those who have risen so high that they no longer depend on the establishment’s acclaim, as well as those who are not (yet) established. In other words, I receive support from extraordinary elite thinkers, often cosmopolitans with multicultural transdisciplinary backgrounds like mine—and from young people. Many young people see that old expertise no longer works and they draw great hope from my daring.
It is through living and studying globally that I realized the importance of dignity and humiliation. Over time, increasingly, I understood that dignity and humiliation did not touch only my personal life, but deeply mark the course of human history. Humiliation can and must be prevented and healed through the power of dignity and love, this is my personal experience, and I believe this insight is beneficial also for the wider human community.
In my work, I use a number of approaches that would require a separate book to explain. I run through these approaches very quickly here, leaving it to the reader to deepen your understanding by looking at the web of texts that I am currently creating.  I use, for example, the ideal-type approach conceived by sociologist Max Weber (1864–1920), which differentiates levels of abstraction and distills and highlights core essences of phenomena, while recognizing the significance of complex details at more peripheral levels.  The metaphor of traffic may serve as an illustration for this approach: Left-hand driving versus right-hand driving is a core feature of every country’s traffic system—and focusing on this core aspect in a discussion on traffic does not deny that traffic also entails myriads of other, more complex, details. At a systemic level, the ideal-type approach can be operationalized through the subsidiarity principle. The European Union uses this principle.  It means that local decision making and local identities are retained to the greatest extent possible. Holarchy  or regulatory pyramid  are similar concepts.
I also use grounded theory to help interlink abstract concepts (theories, worldviews) with what is called reality in ever more dynamic, flexible and differentiated ways. Grounded theory, as first developed and presented by sociologists Barney G. Glaser and Anselm L. Strauss,  means avoiding conventional explanations to open space for new arguments and categories to flow from raw data.
The concept of the hermeneutic circle  has its place here as well, as has the reflective equilibrium, as employed in philosopher John Rawls’s Theory of Justice,  and as defended, for instance, by his colleague Nelson Goodman. The reflective equilibrium is an epistemological orientation that indicates going round in loops, in never-ending circles, to arrive at ever denser understanding—philosopher Dagfinn K. Føllesdal explained this point particularly well at a presentation at the Norwegian Academy of Science in 1996.  Philosopher and Plato disciple Aristotle (384–322 b.c.e.), was not yet ready for this approach and rejected it as circular fallacy. Another metaphor—that of a ship, as used by philosopher Otto Neurath (1882–1945)—may illustrate the subsequent historical change of mind. In former times, scientists assumed that science was only science if it found dry docks or at least pretended that dry docks existed. Today, we understand that we must be more humble and accept and live with the fear-inducing uncertainty that flows from the fact that human understanding of the world is limited. Even though there is no dry dock, even though what we may think of as certain will always be threatened by yet undiscovered insights, we can create a platform for understanding and action by circling through the reflective equilibrium. In Neurath’s words: “We are like sailors who must rebuild their ship on the open sea, never able to dismantle it in dry-dock and to reconstruct it there out of the best materials.” 
I am such a shipbuilder. It is with pride and theoretical and practical backing that I say today that my family is all of humankind. I embrace it with the tough love of Gandhi’s satyāgraha (nonviolent action), a term that is assembled from agraha (firmness/force) and satya (truth-love).  Tough love, for me, entails all variations of love ever described, combining them with steely firmness. The Greek word agape means “gaping, as with wonder, with expectation or with eager attention.” As a noun, we can translate agape as spiritual love for God and humankind. Other terms are philia, which means “love between friends” in Greek, or metta (Pali) or maitri (Sanskrit), meaning “loving-kindness, friendliness, benevolence, amity, friendship, good will, love, sympathy, or active interest in others.”
Philosopher Martin Buber (1878–1965) developed a philosophy of dialogue with which I resonate deeply.  It views human participation in two fundamentally different kinds of relationships—I-It and I-Thou. An I-It relationship is the normal everyday relation of a human being toward the things surrounding her, including fellow human beings, who some also treat as Its (at a distance, as parts of the environment). An I-Thou relationship, in contrast, is one into which a human being enters with her innermost and whole being, yielding genuine encounters and dialogues. I-Thou meetings are in Buber’s eyes reflections of the human meeting with God. Physician Albert Schweitzer (1875–1965) spoke of “reverence for life.”
I also resonate with philosopher Emmanuel Lévinas (1906–1995) and his work on dialogue and caring. Lévinas’s first magnum opus, Totality and Infinity analyzes the face-to-face relationship with the other, the fellow human being.  I see the faces of the millions of children who die every year due to poverty and preventable diseases—about double the number of deaths per year of people killed in the Holocaust. I also see the faces of all the missing women—in parts of Asia and Africa 100 million women should be alive, but are not, because of unequal access to medical care, food, and social services.  These faces make it impossible for me to claim the privileges I have simply because I carry a Western passport or enjoy a high level of education. I want to make use of these privileges for the children of the future to create Lévinas’s “space of love.”
This value orientation gives my life the meaning that Viktor Frankl speaks about.  People say that nobody would work if not pushed or pulled—either humiliated into compliance or rewarded with incentives. This attitude, from my point of view, degrades the humanity of all involved. I feel personally humiliated when I am expected to draw my motivation for what makes my life meaningful from status or monetary remuneration. I am motivated by stature—my pro-social contributions—rather than status, social rank, or class. I work very hard, day and night, seven days a week. I receive neither traditional status nor salary for my efforts. My motivation is entirely independent from such rewards, and if it were otherwise, I would find the degradation and humiliation unbearable. Therefore, my path is not altruistic or egoistic; it is both, because I would not survive the humiliation of having to define myself as a status- or salary-making machine that endangers the common good. I am not a Pavlovian dog who needs status or monetary remuneration as incentives to work. I would not survive such emptiness of meaning and such poverty of spirit. If I accepted to merely exist as the supplier or target of the sales of products and services, be it expensive or discounted, I would get severely depressed. If I reduced my creativity to serve “personal branding” so as to become a product myself, I would feel like I were in Pleasantville.  Allowing myself to feel deficient lest I buy or sell something, would humiliate my humanity at its core. Cleverness is repulsive to me—nothing of what I do is done because it is smart—and I draw no satisfaction from petty power games. I only engage in activities that are profoundly meaningful to me.  I respond to the fact that I have to eat, clothe myself, and have a roof over my head in ways that do not require me to compromise what I regard as meaningful, on the contrary, they contribute. I do not wish to have a job, I want to have a life. I am profoundly selfish in this point because I could not live otherwise.
I admire Donald C. Klein (1923–2007). He is one of the fathers of community psychology, and one of the pillars of the global network of like-minded people that I founded.  He speaks about awe and wonderment (not shock and awe), and criticizes psychology for being a psychology of projection. Klein speaks about our human ability to live in awe and wonderment not just when we see a beautiful sunset or the majesty of the ocean, or the moment a new love touches us, but always.
Donald Klein’s work relates to that of philosopher Plotinus (204–270 c.e.), who reminds us not to forget our soul’s origin in the realm of the One,  which in turn connects with Rudolf Otto (1869–1937) and his notion of the mysterium. Otto was one of the most influential thinkers in the first half of the 20th century in Europe. In his view, an experience of a mysterium tremendum et fascinans (fearful and fascinating mystery) underlies all religions—”a creature [feels] abased and overwhelmed by its own nothingness in contrast to that which is supreme above all creatures.”  The experience of the holy is an experience that we perceive with blank wonder, combined with a sense of our own nothingness, in contrast to divine power (tremendum) that we find attractive in spite of our fear (fascinans). Otto’s numinous experience can be characterized as the breakdown of subject-object dualism and understood in nondualistic and nontheistic terms.
I am a nondualist. Let me explain. Metaphysics is the branch of philosophy that reflects on “the study of being,” in Greek “ontology.”  Philosophy of mind is the ontology of the mind, of mental events, mental functions, mental properties, consciousness and their relationship to the physical body. The dominant Western metaphysical orientation that underpinned its expansion during the past centuries was dualism. Dualism holds that ultimately there are two kinds of substance. René Descartes’s dualistic view of a mind-body dichotomy is perhaps the most widely known expression of dualism. Dualism is to be distinguished from pluralism, which claims that ultimately there are many kinds of substances, as well as from monism, which is the metaphysical and theological view that all is one, either the mental (idealism) or the physical (materialism and physicalism). Physicalism is thus a monist concept, holding that there is nothing other than physical things.
As I said, I am a nondualist. I admire Muneo Yoshikawa’s nondualistic double swing model, whereby unity is created out of the realization of differences, and which shows how individuals, cultures, and intercultural concepts can blend in constructive ways.  This model can be graphically visualized as the infinity symbol, or Möbius strip (∞). For this model, Yoshikawa brought together Western and Eastern thought. He drew on Martin Buber’s idea of “dialogical unity—the act of meeting between two different beings without eliminating the otherness or uniqueness of each”—and on Soku, the Buddhist nondualistic logic of “Not-One, Not-Two,” described as the twofold movement between the self and the other that allows for both unity and uniqueness.  Yoshikawa calls the unity that is created out of such a realization of differences identity in unity: the dialogical unity does not eliminate the tension between basic potential unity and apparent duality.
My consciousness is a nondualistic postindividual consciousness  or a unity consciousness.  I love 14th century Persian Sufi poet Hāfez-e Šīrāzī’s saying: “I have learned so much from God that I can no longer call myself a Christian, a Hindu, a Muslim, a Buddhist, a Jew. The truth has shed so much of itself in me that I can no longer call myself a man, a woman.” My religion is love, humility, and awe for a universe too large for us to fathom.
Margaret Mead said: “Never doubt that a small group of thoughtful, committed citizens can change the world. Indeed, it is the only thing that ever has.”
This book is part of a growing movement of thoughtful, committed citizens, you, the reader included. Plato (c.428–348 b.c.e.) recommended justice, wisdom, courage, and moderation (or sophrosyne, a sense of limit, moral sanity, self-control, and moderation guided by true self-knowledge). Faith, hope, and love were added later, together constituting the seven cardinal virtues. Aristotle highlighted phronesis (Latin prudentia), or “practical wisdom.”  A longer, more recent list entails eight core values: love, truthfulness, fairness, freedom, unity, tolerance, responsibility and respect for life.
Let us join hands in redefining love, making it visible, giving it a preeminent place, not just as an inconsequential feeling, but as a principle around which we live and organize our lives and the world. This love can never be too strong in securing the sophrosyne and phronesis that are necessary to create a world of balance.  Let us make use of the extraordinary force that love can project, for creating a better world, a world without humiliation, a world of dignity. Let us employ firm, forceful, consequential, resolving, resolute, unyielding, potent, authoritative, powerful, courageous, undaunted, fearless love.

 

 

Evelin Lindner: Ein Nondualist (Deutsch, angepasst und übersetzt von Gender, Humiliation and Global Security, Seiten xx-xxvi, ohne Fußnoten)

Seit vielen Jahrzehnten erforsche ich, wie es uns Menschen auf dem Planeten Erde ergeht, nur wenige Forscher blicken auf ähnlich globale Erfahrungen zurück. Sie vermitteln mir eine globale und transdisziplinäre „Vogelperspektive.“ Ich wurde in eine Vertriebenen-Familie hineingeboren (aus Schlesien), die tief durch den Krieg und die Vertreibung traumatisiert wurde. Die Notwendigkeit, Geschichtsbewusstsein zu entwickeln und sich für „nie wieder“ einzusetzen, wurde von zentraler Bedeutung für mein Leben. Mein Leben entwickelte sich zu einem „Projekt,“ einem Projekt mit dem Ziel, Kenntnisse über die Welt zu sammeln, um besser ausgestattet zu  sein, beizutragen, sie menschlicher zu machen. Ich bin ein interkultureller „Reisender“ (voyager), ein Konzept, das von dem Psychologen David R. Matsumoto geprägt wurde. Im Gegensatz zu einem „Verteidiger“ (vindicator) verwendet ein Reisender die Herausforderungen kultureller Vielfalt und interkultureller Konflikte als Ort um neue Beziehungen zu knüpfen und neue Ideen zu entwickeln.
Ich habe jetzt mehr als drei Jahrzehnte als globaler Reisender gelebt. Ich reise nicht „zu,“  ich „besuche“ nicht „eine andere Kultur,“ sondern werde ein Teil von vielen Kulturen und erwerbe Kenntnisse über alle wichtigen Sprachfamilien. Mein Hintergrund aus einer Vertriebenen-Familie hat es mir ermöglicht, Empathie zu entwickeln für das Leiden der Marginalisierten und Ausgeschlossenen der ganzen Welt. Geboren worden zu sein in einen weiblichen Körper hat mir außerdem den Zugang zu allen Bereichen in getrennten Gesellschaften gegeben, einschließlich der Bereiche der Frauen. Ich habe ein tiefes Empfinden entwickelt dafür, wie Menschen in verschiedenen Kulturen Leben und Tod definieren, Konflikt und Frieden, Liebe und Hass, und wie sie den jeweils „Anderen“ sehen. Meine Ausbildung ist sehr breit: ich habe zwei Doktortitel und definiere mich als transdisziplinäre Sozialwissenschaftlerin mit einem kontinuierlichen Interesse an Naturwissenschaften (ursprünglich wollte ich Physik studieren). Normalerweise werden akademische Laufbahnen im Laufe der Zeit immer spezialisierter; das erste Semester bietet eine allgemeine Einführung, dann erfolgt die Einengung in spezialisierte Bereiche. Mein Weg ist umgekehrt. Mit meiner Ausbildung könnte ich das privilegierte Leben eines Professors an einer Universität in einem wohlhabenden Teil der Welt führen, aber anstatt sie selbst zu konsumieren, ziehe ich es vor, meine Privilegien in den Dienst des größeren Gemeinwohls zu investieren. Und ich tue das, indem ich meinen Horizont kontinuierlich erweitere. Ich glaube, dass Friedensforscher Johan Galtung richtig liegt in seiner Beobachtung, dass es so wenige Friedensforscher gibt, weil die Mobilität, die notwendig ist, um die ganze Welt kennenzulernen (mehr als nur durch Reisen zu Konferenzen oder Feldarbeit) schwierig zu verwirklichen ist, nicht zuletzt weil auch Forscher, wie andere auch, auf eine Anstellung angewiesen sind um ihre Hypotheken abzuzahlen. Das Ergebnis ist, wie ich es sehe, dass nicht nur die Friedensforschung, sondern auch die Forschung und die Wissenschaft als Ganzes, das Ideal der akademischen Freiheit nicht ausreichend verwirklichen.
Ich versuche, akademische Freiheit zu fördern, indem ich mich als eine der ersten Professoren einer Weltuniversität definiere, frei von nationalen und wirtschaftlichen Interessen. Da ich keine Familie habe, die leiden würde wenn ich zu weit gehe, kann ich Risiken mit meinem persönlichen Leben eingehen, die andere nicht in der Lage wären einzugehen.
Ich bin mir der Fallstricke bewusst, die Generalisten drohen. Generalisten wissen zu wenig über zu viel. Aber ich denke trotzdem, dass meine Erfahrungen am besten in einer solchen Weise investiert werden sollten. Es gibt viele exzellente Spezialisten, während nur wenige sich auf das Eis der Generalisten wagen, nur wenige grundlegende Fragen stellen, und nur wenige die Entwicklung größerer Modelle des Verstehens versuchen. Wer sonst, als eine Person wie ich, mit diesem besonderen Hintergrund, kann es wagen, kühn sein? Meine Ressource ist es, dass ich wenig verankert bin in einer bestimmten Kultur, während ich gleichzeitig eine große Nähe zu allen Menschen empfinde. Diese ungewöhnliche Mischung aus Distanz und Nähe, mit einer tiefen Erfahrung und Empathie für Schmerz und Leid, gibt meiner Arbeit eine ungewöhnliche Perspektive. Für mich bedeutet mein Hintergrund eine Verantwortung, und ich möchte die mit ihr verbundenen Pflicht akzeptieren, auch wenn es viel einfacher wäre, ein Mainstream-Leben zu führen. Mein erstes Buch Making Enemies: Humiliation and International Conflict (2006) war das Produkt jahrzehntelanger Arbeit und basiert auf meinem ganzen Leben. Die Rückmeldungen, die ich erhielt, ermutigen mich, auf diesem Weg weiterzugehen.
Thomas Kuhns Konzeption des Paradigmenwechels manifestiert sich in meinem Leben und meiner Arbeit in vielerlei Hinsicht. Ich erhalte Unterstützung von denen, die so hoch gestiegen sind in ihren respektiven Hierarchien, dass sie nicht mehr von Anerkennung von oben abhängig sind, sowie diejenigen, die (noch) nicht etabliert sind. Mit anderen Worten, ich erhalte Unterstützung von außergewöhnlichen Denk-Eliten, oft Kosmopoliten mit multikulturellem transdisziplinärem Hintergrund wie ich, und von jungen Menschen. Viele junge Menschen sehen, dass das was einmal „Expertise“ war, nicht mehr funktioniert, und sie setzen große Hoffnung auf meine Kühnheit.
Es ist durch mein globales Leben und meine weltweite Forschung, dass mir die Bedeutung von Würde klar wurde (und von Demütigung und Erniedrigung als ihre Verletzung). Im Laufe der Zeit verstand ich immer mehr, dass Würde und Erniedrigung nicht nur mein persönliches Leben berühren, sondern zutiefst den Verlauf der menschlichen Geschichte beeinflussen. Demütigung kann und muss verhindert und geheilt werden, durch den Einfluss von Würde und Liebe, das ist meine persönliche Erfahrung, und ich glaube, diese Einsicht ist interessant auch für die globale menschliche Gesellschaft im allgemeinen.
In meiner Arbeit verwende ich eine Reihe von Ansätzen, die zu erklären ein eigenes Buch benötigen würden. Ich stelle diese Ansätze hier nur sehr kurz vor, und überlasse es meinen Lesern, ihr Verständnis selbst zu vertiefen.
Ich benutze zum Beispiel das idealtypische Verfahren des Soziologen Max Weber (1864-1920), das Ebenen der Abstraktion differenziert. Ich präpariere den Kern, die Essenz von Phänomenen, bei gleichzeitiger Anerkennung der Bedeutung von komplexen Details auf mehr peripheren Ebenen. Die Metapher des Verkehrs kann als Illustration für diesen Ansatz dienen: Linksverkehr versus Rechtsverkehr ist ein wesentliches Merkmal des Verkehrssystems eines jeden Landes. Die Fokussierung auf diesen Kernpunkt in einer Diskussion über Verkehr bestreitet nicht, dass der Verkehr auch Myriaden von anderen, komplexeren, Details enthält. Auf systemischer Ebene kann die idealtypische Annäherung durch das Subsidiaritätsprinzip operationalisiert werden. Die Europäische Union nutzt dieses Prinzip. Es bedeutet, dass die lokalen Entscheidungsprozesse und lokalen Identitäten so weit wie möglich beibehalten werden. Holarchie oder regulatorische Pyramiden sind ähnliche Konzepte.
Ich benutze auch grounded theory um abstrakte Konzepte (Theorien, Weltanschauungen) mit der sogenannten Realität in immer dynamischerer, flexiblerer und differenzierterer Weise zu verzahnen. Grounded theory, zuerst entwickelt und vorgestellt von den Soziologen Barney G. Glaser und Anselm L. Strauss, bedeutet die Vermeidung konventioneller Erklärungen, um Platz für neue Argumente und Kategorien offen zu halten, die aus den Rohdaten fließen können.
Das Konzept des hermeneutic circle oder hermeneutischen Zirkels hat seinen Platz hier ebenso wie das des reflective equilibrium oder reflexiven Äquilibriums, wie es der Philosoph John Rawls in seinem Buch Theory of Justice benutzt, und wie es verteidigt wird, zum Beispiel, von seinem Kollegen Nelson Goodman. Das reflexive Äquilibrium ist eine erkenntnistheoretische Orientierung. Sie bedeutet, in Schleifen vorzugehen, in endlosen Kreisen, um ein immer dichteres Verstehen zu erlangen. Philosoph Dagfinn K. Føllesdal erläuterte diesen Punkt besonders gut in einer Präsentation an der Norwegischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1996. Philosoph und Platon-Schüler Aristoteles (384-322 v. Chr.) war noch nicht bereit für diesen Ansatz und lehnte ihn als circular fallacy ab, als zirkulären Trugschluss. Eine andere Metapher, die eines Schiffes, wie sie Philosoph Otto Neurath (1882-1945) einsetzte, kann den historischen Wandel illustrieren: In früheren Zeiten gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Wissenschaft nur Wissenschaft sein kann, wenn Trockendocks gefunden werden können, oder wenn zumindest behauptet werden kann, dass Trockendocks existieren. Heute verstehen wir, dass wir bescheidener sein müssen. Wir akzeptieren und leben mit der angst-auslösenden Unsicherheit, die aus der Tatsache erwächst, dass das menschliche Verständnis von der Welt beschränkt ist. Auch wenn es kein Trockendock gibt, und obwohl das, was wir sicher zu wissen glauben, immer von noch unentdeckten Erkenntnissen bedroht wird, können wir eine Plattform für unser Verständnis und unser Handeln schaffen indem wir durch das reflexive Äquilibrium kreisen. In Neuraths Worten: „Wie Schiffer sind wir, die ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können” (O. Neurath, „Protokollsätze,“ Erkenntnis 3 (1932): 204-214, S. 206).
Ich bin so ein Schiffsbauer. Es ist mit Stolz, und sicherer theoretischer und praktischer Fundierung, dass ich heute sagen kann, dass die ganze Menschheit meine Familie ist. Ich umarme sie mit der Liebe die Gandhi in seinem Wort satyāgraha beschreibt (gewaltfreie Aktion), ein Begriff, der aus agraha (Festigkeit/Kraft) und satya (Wahrheit-Liebe) zusammengesetzt ist. Feste Liebe, für mich, bringt alle Varianten der Liebe, die jemals beschrieben wurden, zusammen, und kombiniert sie mit Festigkeit. Das griechische Wort agape bedeutet „wie mit Staunen, mit der Erwartung oder mit gespannter Aufmerksamkeit.“ Als Substantiv können wir Agape als spirituelle Liebe zu Gott und den Menschen ansehen. Andere Begriffe sind philia, oder die „Liebe zwischen Freunden“ im Griechischen, oder metta (Pali) und maitri (Sanskrit), gleich „Güte, Freundlichkeit, Freundschaft, Wohlwollen, Liebe, Mitgefühl und aktives Interesse an anderen.“
Der Philosoph Martin Buber (1878-1965) entwickelte eine Philosophie des Dialogs, mit der ich tief verbunden bin. Er betrachtet zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Beziehungen: Ich-Es und Ich-Du. Eine Ich-Es-Beziehung ist die normale, alltägliche Beziehung von Menschen zu den Dingen um sie herum. Eine Ich-Du-Beziehung, im Gegensatz dazu, ist eine, in die ein Mensch eintritt mit seinem gesamten innersten Wesen, was zu echten Begegnungen und Dialogen führt. Ich-Du-Treffen sind in Bubers Augen Reflexionen der menschlichen Begegnung mit Gott.
Der Arzt Albert Schweitzer (1875-1965) sprach von „Ehrfurcht vor dem Leben.“
Ich schätze auch den Philosophen Emmanuel Lévinas (1906-1995) und seine Arbeit über den Dialog und die Fürsorge. Lévinas ersten Hauptwerk, Totalité et infini, analysiert die Beziehung mit dem Anderen, dem Mitmenschen, von Gesicht zu Gesicht. Ich sehe die Gesichter von Millionen von Kindern, die jedes Jahr sterben aufgrund von Armut und vermeidbaren Krankheiten— pro Jahr ist das etwa die Doppelte Anzahl der Todesfälle der im Holocaust ermordeten Menschen. Ich sehe auch die Gesichter der fehlenden Frauen in Teilen von Asien und Afrika—100 Millionen Frauen sollten lebendig sein, sind es aber nicht, wegen des ungleichen Zugangs zu medizinischer Versorgung, Nahrung und sozialen Diensten. Diese Gesichter machen es mir unmöglich, die Privilegien, die ich durch einen westliche Reisepass und eine hohe Bildung genieße, einfach für meinen eigenen Vorteil zu konsumieren. Ich möchte diese Privilegien für die Kinder der Zukunft nutzen, um Levinas‘ „Raum der Liebe“ zu schaffen.
Diese Wertorientierung gibt meinem Leben den Sinn, über den Viktor Frankl (1905–1997) spricht. Viele sagen, dass niemand funktionieren würde, wenn er nicht „geschoben“ oder „gezogen“ würde—entweder gedemütigt um gehorsam zu sein, oder mit Anreizen belohnt. Diese Haltung, aus meiner Sicht, degradiert die Menschlichkeit aller Beteiligten. Ich fühle mich persönlich gedemütigt, wenn von mir erwartet wird, meine Motivation für das, was mein Leben sinnvoll macht, aus Status oder monetärer Vergütung zu beziehen. Ich bin motiviert durch Statur—durch die Statur meiner sozialen Arbeit—nicht durch Status, sozialen Rang oder Klasse. Ich arbeite sehr hart, Tag und Nacht, sieben Tage in der Woche. Ich erhalte weder traditionellen Status noch ein traditionelles Gehalt für meine Bemühungen. Meine Motivation ist völlig unabhängig von solchen Belohnungen, und wenn es anders wäre, würde ich die Erniedrigung und Demütigung unerträglich finden. Deshalb ist mein Weg nicht altruistisch oder egoistisch, es ist beides, weil ich die Demütigung nicht überleben würde, mich als eine Status- oder Gehaltsgruppen-Maschine zu definieren, die  möglicherweise noch das Gemeinwohl gefährdet. Ich bin kein Pawlowscher Hund, der Status oder monetäre Vergütung als Anreiz zur Arbeit braucht. Ich würde die Sinnleere und Armut des Geistes nicht überleben. Wenn ich akzeptieren würde, nur der Lieferant oder das Ziel zu sein für den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen, sei es teuer oder ermäßigt, würde ich schwer depressiv werden. Wenn ich meine Kreativität reduzieren würde auf „personal branding“ um so selbst zu einem Produkt zu werden, würde ich mich wie in Pleasantville fühlen. Wenn ich mir erlaubte, mich mangelhaft zu fühlen, es sei denn ich kaufe oder verkaufe etwas, dann wäre mein Menschsein in ihrem Kern der Demütigung preisgegeben. Cleverness ist mir widerwärtig—nichts von dem, was ich tue, ist „smart,“ und ich ziehe keine Befriedigung aus kleinkarierten Machtspielen. Ich engagiere mich nur in Aktivitäten, die mir zutiefst sinnvoll erscheinen. Die Tatsache, dass ich essen und mich kleiden muss, dass ich ein Dach über dem Kopf brauche, bringen mich nicht dazu Kompromisse zu machen, im Gegenteil, sie tragen dazu bei, etwas Sinnvolles zu tun. Ich möchte nicht einen Job ausfüllen, oder einen Arbeitsplatz bekleiden, ich will ein Leben leben. Ich bin zutiefst egoistisch in diesem Punkt, weil ich anders nicht leben könnte.
Ich bewundere Donald C. Klein (1923-2007). Er ist einer der Väter der community psychology und eine der Säulen des globalen Netzwerks von Gleichgesinnten, das ich gründete. Er spricht über Ehrfurcht und Verwunderung (awe and wonderment, nicht shock and awe), und kritisiert die Psychologie als eine Psychologie der Projektion. Klein spricht über unsere menschliche Fähigkeit, in Ehrfurcht und Verwunderung zu leben, und zwar nicht nur, wenn wir einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen, oder die Majestät des Ozeans, oder wenn eine neue Liebe uns berührt, sondern immer.
Donald Kleins Arbeit erinnert mich an den Philosophen Plotin (204-270 n. Chr.), der uns auffordert, nicht zu vergessen, dass unsere Seele aus dem Reich des Einen stammt. Plotin, wiederum, führt zu Rudolf Otto (1869-1937) und seinem Begriff des Mysteriums. Otto war einer der einflussreichsten Denker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa. Aus seiner Sicht liegt ein Erlebnis des mysterium tremendum et fascinans allen Religionen zugrunde. Das Göttliche ist danach immer beides zugleich: anziehend und abschreckend, fesselnd und lebensbedrohlich. Die Erfahrung des Heiligen ist eine Erfahrung, die wir mit großer Ehrfurcht, wahrnehmen, kombiniert mit einem Gefühl der eigenen Nichtigkeit, im Gegensatz zur göttlichen Kraft, die wir attraktiv finden trotz unserer Angst. Ottos numinose Erfahrung kann auch in nondualistischer und nontheistischer Weise interpretiert werden, als Zusammenbruch des Subjekt-Objekt-Dualismus.
Ich selbst bin ein Nondualist. Lassen Sie mich erklären. Metaphysik ist der Zweig der Philosophie, der über „das Studium des Seins“ reflektiert, griechisch „Ontologie.“ Philosophie des Geistes ist die Ontologie des Geistes, des seelischen Geschehens, der psychischen Funktionen, der geistigen Eigenschaften, des Bewusstseins und ihres Verhältnisse zum physischen Körper. Die dominante westliche metaphysische Orientierung, Grundlage der Expansion in den vergangenen Jahrhunderten, war Dualismus. Dualismus lehrt, dass es letztlich zwei Arten von Substanzen gibt. René Descartes‘ dualistische Sicht einer Leib-Seele-Dichotomie ist vielleicht der bekannteste Ausdruck des Dualismus. Dualismus ist vom Pluralismus zu differenzieren, oder dass es letztlich viele Arten von Substanzen gibt, sowie vom Monismus, der der metaphysischen und theologischen Auffassung ist, dass alles eins ist, entweder das Mentale (Idealismus) oder das Physische (Materialismus und Physikalismus). Physikalismus ist somit ein monistisches Konzept, nämlich, dass es nichts anderes als physische Dinge gibt.
Wie gesagt, ich bin ein Nondualist. Ich bewundere Muneo Yoshikawas dualistisches Doppelschleife Modell, wobei die Einheit aus der Erkenntnis der Unterschiede entsteht, und die zeigt, wie sich Menschen, Kulturen oder interkulturelle Konzepte in konstruktiver Weise verbinden können. Dieses Modell kann graphisch durch das Symbol der Unendlichkeit, oder des Möbiusbandes (∞) visualisiert werden. Für dieses Modell brachte Yoshikawa westliches und östliches Denken zusammen. Er bezog sich auf Martin Bubers Idee der dialogischen Einheit—den Akt der Begegnung zwischen zwei unterschiedlichen Wesen ohne Beseitigung der Andersheit oder Einzigartigkeit eines jeden—und auf soku, die buddhistische dualistische Logik des „nicht-eins, nicht-zwei,“ beschrieben als die doppelte Bewegung zwischen dem Selbst und dem Anderen, dass sowohl die Einheit und Einzigartigkeit ermöglicht. Yoshikawa nennt die Einheit, die aus einer solchen Verwirklichung von Unterschieden entsteht, identity in unity oder Identität in Einheit: die dialogische Einheit beseitigt nicht die Spannung zwischen der grundlegenden potentiellen Einheit und der sichtbaren Dualität.
Mein Bewusstsein ist ein nondualistisches postindividualles Bewusstsein oder ein Bewusstsein der Einheit. Ich bewundere den persischen Sufi-Dichter Hafez-e Šīrāzī aus dem 14. Jahrhundert, der sagt: „Ich habe so viel von Gott gelernt, dass ich mich nicht mehr Christ, Hindu, Moslem, Buddhist oder Jude nennen kann. Die Wahrheit hat so viel von sich selbst mir mitgeteilt, dass ich mich nicht mehr Mann, Frau, Engel oder auch nur Menschenseele nennen kann.“
Meine Religion ist Liebe, Demut und Ehrfurcht für ein Universum, das zu groß ist für uns um sie zu ergründen.
Die amerikanische Anthropologin und Ethnologin Margaret Mead sagte 1969: „Zweifeln Sie nie daran, dass eine kleine Gruppe nachdenklicher und engagierter Bürger die Welt verändern kann. In der Tat: Das ist das einzige, was sie je verändert hat.“
Meine Arbeit ist Teil einer wachsenden Bewegung von nachdenklichen, engagierten Bürgern, und diese Gruppe umfasst auch meine Leser.
Platon (c. 428-348 v. Chr.) empfahl Gerechtigkeit, Weisheit, Mut und Mäßigung (oder sophrosyne, ein Bewusstsein der Begrenztheit, moralische Vernunft, Selbstkontrolle und Mäßigung durch wahre Selbsterkenntnis). Glaube, Hoffnung und Liebe wurden später hinzugefügt und formten zusammen die sieben Kardinaltugenden. Aristoteles hob phronesis (lat. prudentia) hervor. Eine längere, aktuelle Liste umfasst acht wichtigste Werte „praktischer Weisheit“: Liebe, Aufrichtigkeit, Fairness, Freiheit, Einheit, Toleranz, Verantwortung und Respekt für das Leben.
In meiner Arbeit lade ich ein, Hand in Hand eine Neudefinition von Liebe sichtbar zu machen, und ihr einen herausragenden Platz zu geben, nicht länger nur als inkonsequentes Gefühl, sondern als ein Prinzip, um das herum wir unser Leben und die Welt organisieren können. Diese Liebe kann nie zu stark sein in der Sicherung der sophrosyne und phronesis, die notwendig sind, um eine Welt des Gleichgewichts zu schaffen. Nutzen wir die außerordentliche Kraft, die Liebe enthält, für die Schaffung einer besseren Welt, einer Welt ohne Demütigung, einer Welt der Würde. Lassen Sie uns Liebe entwickeln, die kraftvoll ist, die Konsequenzen hat, die Lösungen bringt, die entschlossen ist, unnachgiebig, potent, autoritativ, kraftvoll, mutig, unerschrocken, und furchtlos.

Evelin Linder.

 

 

 

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