Rolf Heinrich

Rolf Heinrich

... Ich bin ... zum kritischen Denken gekommen .... habe meinen Platz als Karteileiche der Kirche geräumt ...

Selbstdefinition

... politischer Humanist, Atheist

Entscheidende Erfahrungen

Durch die Beschäftigung mit der Astronomie bin ich zum kritschen Denken gekommen und habe dann meinen Platz als Karteileiche der Kirche geräumt. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich gegenüber der Kirche sehr gleichgültig eingestellt. Die Bücher von Karlheinz Deschner haben bewirkt, meine Gleichgültigkeit aufzugeben. Ich bin sehr froh, Karlheinz Deschner auch persönlich kennen gelernt zu haben.

Konkrete Eigenerfahrungen mit Religiosität

In meinem Elternhaus spielte Religion keine große Rolle. Man war evangelisch, "weil das halt so ist".

Freiheit, eigene Wünsche und Gedanken zu leben

Ich lebe schon lange die Freiheit meiner Wünsche und Gedanken. Die Balance zwischen Lust und Pflicht erreiche ich persönlich, indem ich die Lust als Belohnung für die Pflicht ansehe.

Praktischer Humanismus

Ich hatte früher die Hoffnung, durch logische und rationale Argumentation - und Sachwissen - auch Gläubige zu überzeugen. Das habe ich schon lange aufgegeben. Heute erkenne ich bei Gesprächspartnern relativ früh, ob und wie intensiv eine Diskussion über die Weltanschauung gewünscht ist.

Selbstbestimmtes Leben und selbstbestimmtes Sterben

Ein selbstbestimmtes Leben wird immer von familiären, beruflichen und gesellschaftlichen Zwängen beeinflusst. Jede/r muss deshalb selbst entscheiden, wie weit er etwas anderes aufgibt, um völlig selbstbestimmt zu leben.

Jede/r soll über das "wie" seines Lebensendes selbst bestimmen können. Dabei soll es auch keine Rolle spielen, ob er/sie unheilbar krank ist und leidet, oder einfach nicht mehr will.

Was schadet der Gesellschaft aktuell am meisten

Rücksichtsvolles" Schweigen.

Stille bzw. unbekannte Humanisten

Da kenne ich auf Anhieb keine, aber ich bin der Meinung, dass der Humanismus an sich noch mehr bekannt werden muss.

Humanismus und Spiritualität

Ich persönlich habe Orte des Andenkens und Arten, wie ich zur Ruhe komme und mich gut fühle. Das sollte jede/r für sich selbst finden. Ich denke, nur so ist es etwas intensives. Alles andere, was offiziell dazu deklariert wird, ist dann nur ein Ort, wo sich bestimmte Personen präsentieren. Das wäre dann wieder ein Weg rückwärts - zu religiösen Praktiken.

Zukunft und Wünsche

Wenn ich die letzten 36 Jahre betrachte, in denen ich aktiv war, so habe ich wenig Hoffnung, dass sich etwas prinzipiell zum Guten wendet. Meine Hoffnung ist, dass ich mich irre.

Antworten © Rolf Heinrich
„Epikurs Garten” - „Who is Hu” - Gesichter gegenwärtiger Humanisten © Evelin Frerk (1118)

Die Reproduktion und das Kopieren sind nicht zulässig. Auch Auszüge bedürfen der schriftlichen Genehmigung.

Fragen entwickelt und gestellt von Evelin Frerk und Laura Kase.
Mit Dank an Dr. Fiona Lorenz  ∆ und die Philosoph_Innen Dr. Ursula Menzer, Prof. Dr.Gerhard Streminger.