Rüdiger Weida

Rüdiger Weida                       Fotografie © Evelin Frerk.

Rüdiger Weida, deutscher Satiriker, Aktionskünstler und Blogger
....  wurde 1951 in Sandersdorf geboren.

Nach einer Berufsausbildung mit Abitur folgte ein Studium in Dresden.
Nach dessen Abbruch verhinderte eine beim Studenten-Fasching gehaltene Büttenrede, die als Verleumdung der SED interpretiert wurde, den weiteren Werdegang.
Er arbeitete als Ausstellungsleiter der Wanderausstellung des Deutschen Hygienemuseums, als Heizer und Elektriker. Nach operativen Vorgängen der Staatssicherheit gegen ihn, nach der Geburt seines Sohnes und späterer Heirat erfolgte 1988 der Umzug in die Abgeschiedenheit der Uckermark.

Im Anschluss an eine Umschulung und kurze Arbeit als Rechtsanwaltsgehilfe gründete er nach der Wende den Kids Company e.V., mit dem er 15 Jahre mobile Jugendarbeit in Templin leistete.
Berufsbegleitend schloss er ein sozialpädagogisches Studium ab.

Er ist Mitbegründer und Ehrenvorsitzender der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e. V., deren Vorsitzender er bis 2018 war.

2017 Kirche des Fliegenden Spagetttimonsters Deutschland e. V. - Bruder Spagettus, Elli Spirelli, Tini Tortellini und andere  vor dem Brandenburger Tor - youttube-Video Evelin Frerk + Carsten Frerk

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Die Arbeit für diesen Verein und auf dem Grundstück sowie seine Hobbys Kochen, Fotografieren und Bloggen brachten jetzt auch ihm die Erkenntnis, Rentner haben niemals Zeit.
Mitgliedschaften und weiteres zur Person  https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCdiger_Weida

"Kirche des Fliegenden Spagettimonsters Deutschland e.V." auf Nudeltour 2012 in Melsungen, Frankfurt, Bochum, Münster, Hannover  und ... in der ganzen Welt - und über alle Jahre -  mit dabei Cornelia Weida http://www.who-is-hu.de/node/435

Die Kirche des Fliegenden Spagettimonsters mit seinen Regeln

Eine Predigt von Bruder Spagettus

"Heutige Predigt ist dem feinen Unterschied gewidmet.
Am Beispiel Seefahrt. Wichtige Orientierung für uns Piraten, um den Feind, seine Taktik und seine Strategie richtig einschätzen und somit richtig reagieren zu können.

  • Seit jeher dominant die Schiffe des Schwarzen Benedikt.Niemand konnte seinen Kurs frei selbst bestimmen, es durfte einfach nicht vorkommen, den Kurs seiner Schiffe zu kreuzen.
  • Niemand durfte seine Schiffe nach eigenen Vorstellungen bauen, sie durften einfach nicht größer und heller als seine sein.
  • Niemand durfte seine Crew nach seinen eigenen Erfahrungen das Segeln lehren, es musste so gesegelt werden, wie der Schwarze Benedikt das wollte.

Das hat sich sanft, aber unaufhaltsam geändert. Der Rote Giordano widersetzte sich mehr und mehr dem Diktat Benedikts, baute eigene Schiffe, suchte seine eigene Crew und schulte die nach seinen Erfahrungen. Die Schiffe waren schneller, hatten größere Kanonen und konnten mehr Beute laden.

Das wollte Benedikt nicht dulden. Er war klug und erkannte, das Alte war nicht mehr gut genug. Wollte er nicht jeden Einfluss auf dem Weltmeer verlieren,  musste auch er neue Wege gehen. So entwarf er ein neues Schiff, besetze es mit einer neuen Generation von Seefahrern und nannte es deshalb „Generation Benedikt“. Er rüstete es voll und modern aus, stellte neue Regeln für seine Fahrensleute auf und schickte es auf die 7 Meere.
Das Schiff war nicht groß, es hatte keine großen Kanonen und doch, es entfaltete seine Wirkung. In den Seemannskneipen zeigte sich die Mannschaft großzügig, teilte Rum aus, trank besonders gern mit den Kapitänen und überzeugte die dabei, wenn der Einfluss Benedikts zu Ende ginge, würde auf den Weltmeeren das Chaos ausbrechen, blanke Anarchie herrschen und nur wir Piraten hätten den Nutzen davon.

Ein Argument, dem auch viele Kapitäne folgten, die bisher dem Roten Giordano folgten. Sehr zum Ärger ihrer Mannschaften, die mit dessen Regeln viel besser gefahren waren, versagtem sie dem die Gefolgschaft.
Das führte zur Unruhe unter den Mannschaften und sie beschlossen, ihre Beute zusammenzulegen und davon ein eigenes Schiff auszurüsten, die Generation Giordano.

Das sollte die Generation Benedikt neutralisieren und so dem Roten Giordano wieder zu mehr Einfluss verhelfen. Eine Idee, die sich sofort und den Seefahrern herumsprach.In Massen opferten sie ihre Goldstücke, in Rekordzeit war das neue Schiff gebaut und bekam eine riesengroße Crew. Die Anker wurden, gelichtet doch schon beim Auslaufen aus dem Hafen zeigte sich, sie hatten vergessen, Kapitän und Steuermann zu wählen.

Sie hatten auch keine Seekarten an Bord und so wussten sie nicht recht, wohin eigentlich steuern. Keine guten Zeichen.
Doch das Schlimmste war, sie begannen sich zu streiten. Einer von ihnen hatte ein Buch mitgebracht und fing an, in der Mannschaftskajüte daraus vorzulesen. Ein Buch das behauptete, manche Seeleute würden manches besser können als andere. Hein, so hieß Mann des Buches, durfte nicht mehr aus dem Buch vorlesen. Ein großer Teil seiner Kollegen fand es einfach unverschämt, mit solchen Behauptungen die alte Lehre, alle Seefahrer können alles gleich gut, anzugreifen.

Das wiederum fand ein anderer großer Teil Crew ebenfalls unverschämt. Als mit Glück die erste Prise erobert war, schnappten sie sich dieses kleine Segelboot und suchten fortan ihren eigenen Weg.
Den rechten Kurs um die „Generation Benedikt“ zu finden und aufzubringen, hat noch keins von beiden gefunden.

Was, so fragt ihr euch, tapfere Piraten und edle Freibeuterinnen, nun sicher, will uns Bruder Spaghettus damit sagen? Vielleicht ahnt ihr es schon. Ja, es geht um unsere oberste Piratenregel: Keine Dogmen. Deshalb könnte es uns nie passieren, dass das Lesen eines Buches verboten wird. Es könnte uns nie passieren, dass statt über den Inhalt des Buches über seine Farbe diskutiert wird. Vor allem aber könnte es uns nie passieren, dass wir nicht auf unsere eigenen Erfahrungen vertrauen.

Wir wissen, niemand ist besser für den Ausguck geeignet, als die großäugigen Bewohner von Lightningrock.   Ihre Felseninsel liegt hoch über dem Meer und ihre Augen haben es gelernt, weit zu schauen.

Wir wissen, die Fahrensleute der Mammutbauminsel können längst nicht so gut sehen, aber niemand kann so schnell klettern wie sie und bessere Seeleute für das Setzen der Segel gibt es nicht.

Wir wissen, die karge und in stürmischem Gebiet gelegenen Salzinsel, in denen die Einwohner seit Generationen ums Überleben kämpfen müssen, bringt die erfindungsreichsten Seebären hervor. Niemand kann so gut wie sie Schätze verstecken und finden.

Wir wissen, niemand kann so gut Karten zeichen und lesen und den Kurs halten, wie die Vielsegler der Tausend Inseln unter dem Wind. Kein Schiff mit einem Steuermann von dort hat je seinen Weg verloren.

Um es kurz zu machen, ihr tapferen Pastafari:
Wir wissen, es kommt nicht darauf an, Unterschiede zu verwischen, sondern sie zu nutzen. Wir wissen, nicht diese Unterschiede sind von Übel. Von Übel ist es nur, wenn eine Mannschaft versucht diese Unterschiede zu nutzen, um die Beute nicht gleichmäßig unter allen Piraten aufzuteilen. 

Deshalb rufe ich euch auf. Suchen wir den Unterschied, freuen wir uns über möglichst viele Fahrensleute mit möglichst vielen unterschiedlichen Fähigkeiten auf unseren Schiffen. Setzen wir alle entsprechend dieser Fähigkeiten ein. Versuchen wir nicht, alle alles gleich gut zu können aber achten wir immer darauf, allen die gleiche Achtung und den gleichen Respekt zukommen zu lassen. Wir brauchen nicht die Gleichheit an Eigenschaften, sondern die Gleichheit an Rechten.

Vor allem aber erinnern wir uns immer und überall an unsere erste Piratenregel: Keine Dogmen!"

                                                                  Predigt

www.pastafari.eu/

Berlin, 2012-05-05 | 2012-09-04 | 2021-01-10 | 2021-11-28.| 2022-02-26 eF