Claudia Kahveci

|

Wissenswertes

Claudia Kahveci          Fotografie©evelin Frerk.
* 1965 - 2015
 
in der „Galerie gegenwärtiger Humanisten" mit
A) mit Antworten zu "Epikurs Garten"  
   
B) danach folgend (am Ende der Seite) "Wissenswertes zur Person"
...........
 

A) Epikurs Garten:    "Religiöse wollen mein Ende gestalten? Ein klares Nein!" 

1. Selbstdefinition
 
"Als Agnostiker kann ich selbst glauben und dass möchte ich in meinem Statement herausstellen,
es geht nicht darum, dass die einen die anderen ablehnen, sondern ich wünsche mir dass beide
den jeweils anderen anerkennen und tolerieren.
Das wird ja nachfolgend in meinen Ausführungen deutlich…."
 

2. Entscheidende Erfahrungen
 
"Die Erkenntnis, dass Respekt vor Andersgläubigen und Atheisten nur dann zu erlangen ist,
wenn die Kirche in den Hintergrund tritt und Privatsache des Einzelnen bleibt/wird.
Die Erkenntnisse hierzu erlangte ich, durch die Mitarbeit bei der DGHS
bzw. durch die Zusammenarbeit mit den engagierten säkularen evolutionären Humanisten der Bruno Giordano Stiftung
und auch Evelin Frerk vom Humanistischen Pressedienst."
 

3. Elitär - Denken Sie, dass Glaubensfreiheit und  wertphoílosophisch begründete Ethik
auch breite Bevölkerungsschichten erreichen kann? Welche kooperativen Strukturen wären nützlich, um mehr Menschen mit dem humanistischen Gedankengut zu erreichen?
 
"Das „Recht auf letzte Hilfe“ über Gewerkschaften publik zu machen. ...
Aktuell wird über den Grexit gesprochen. Viel wichtiger wäre für die Bevölkerung, sich heute Gedanken zu
machen, wie in 20 oder 30 Jahren ggf. die Gesetzeslage in puncto Menschenwürdiges Sterben aussieht. 
 
Dieses oder nächstes Jahr stellt die Regierung in Deutschland die Weichen hierfür.
Ggfs. wird Beihilfe zum Suizid  in jeglicher Form bestraft - so der Wunsch von Gesundheitsminister Gröhe.
Das hieße - und so will es auch die Kirche - für alle gehört dass Leiden am Ende zur Lebenserfahrung dazu,
... auch wenn man nicht in der Kirche bzw. gläubig ist.
Sterbehilfe für Schwerstkranke - viele von  uns haben im Verwandten- und Bekanntenkreis jemanden mit ALS,  
Schwerstformen von Tumorerkrankungen etc., die nachweislich nicht mehr lange leben und qualvoll sterben müssen."
 

4. Religiöse Zwänge in der Gesellschaft
 
"Ich erfahre aktuell für mich die Akzeptanz von Gläubigen, dass Menschen für mich beten, dass ist einfach
so und das ist gut gemeint, da diese viel Kraft aus den ihnen anerzogenen Wertvorstellungen beziehen. Wichtig in Deutschland wäre, dass unsere Regierung Staat und Glaube konsequent voneinander trennt.
Ein C (christlich) im Regierungsnamen kann nicht für eine Mehrheit stehen, die sich hiermit nicht vertreten fühlt."
 
 
5. Konkrete Eigenerfahrung mit Religiosität
 
 "Ich persönlich gestatte mir über die Zukunft eigene Vorstellungen vom Leben im Jenseits zu gestalten, unabhängig von irgendeiner steuernden und nach Macht trachtenden, auf Erden etablierten Basisreligion.
Wenn es eine Göttlichkeit gibt, dann kann ich direkt mit ihr kommunizieren und danken und ich weiß,
dass diese Göttlichkeit jeden auf Erden liebt, egal ob Atheist oder Gläubige, denn diese Göttlichkeit wäre Liebe und zwar Liebe
für jeden. Keine Bevorzugung für jemanden, der meint, den 'wahren' Glauben für sich gepachtet zu haben."
 

6. Glaubensfreie Alternativen
 
     "Der Buddhismus - Reinkarnation - das Streben zur  persönlichen Vervollkommnung."
 

7. Freiheit, eigene Wünsche und Gedanken zu leben
 
    "Pflicht ist für mich, meine liebsten Menschen zu beschützen und
     gegebenenfalls eigene Wünsche einzuschränken, da wir miteinander
                       leben und füreinander da sind.
    " Pflicht ist für mich, anderen Menschen – solange sie andere respektieren und tolerieren
– ebenso Respekt und Toleranz entgegenzubringen.
     Pflicht oder vielmehr Selbstverständlich für mich ist, die Gesellschaft von
     Positiven, herzlichen, offenen Menschen um mich herum zu suchen und zu halten."
 

8. Zusammenhang zwischen Humanismus und Aufklärung
     ...
 

9. Praktischer Humanismus
 
     "In dem ich - auch wenn ich schon fortgeschritten erkrankt bin -
     meine Ausbildung bei der DGHS zur ehrenamtlichen Mitarbeiterin
     absolviere und gerne mit Engagement hier tätig werde, solange
     mir dies möglich ist und indem ich das „Recht auf letzte Hilfe“ engagiert unterstütze."
 

10. Selbstbestimmtes Leben und selbstbestimmtes Sterben
 
     "Da ich persönlich schwerst erkrankt bin, kann ich hier konkret etwas dazu sagen.
Es gibt verschiedene Personengruppen, für die bei der Diagnose 'kurzfristiges Sterben' ein Aufenthalt in einem Hospiz gegeben ist. Gegebenenfalls erhalten sie dort die ersehnte Aufmerksamkeit, hoffentlich ausreichend Schmerzmittel und dass
     manchmal auch - bei Kindern - Wünsche erfüllt werden, die diese als Geschenk empfinden und sie glücklich machen.
 
     Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, nach einem schönen, selbstbestimmten Leben, mich bemitleiden und bevormunden
und ggf. waschen und wickeln zu lassen. Ich bin noch nicht einmal 50 Jahre.
Ich fühle mich - trotz Schmerzen - stark und möchte mit Würde gehen und meinen Tod gestalten, wie auch mein Leben.
 
     Wenn Kirchenleute meinen - ich bin in keiner Kirche - alle Menschen müssen für Christi oder wen auch immer - Leid erfahren, dann können diese es selbst probieren. Ich brauche keinen Gläubigen, der mir sagt, wie ich mein Ende gestalte." 
 

11. Was schadet der Gesellschaft aktuell am meisten?
 
     "Die Kirche mit ihren Vorschriften, die ungeachtet der Meinung des Volkes ihre Vorstellungen bei der Regierung durchsetzt.
     Ergänzend – im speziellen beispielsweise:
     Die katholische Kirche, die im Jahre 2015 - wir haben hier mittlerweile Gleichberechtigung – dieses und vieles andere ignoriert.
    Aber auch die Vertreter anderer Kirchen, die meinen, säkularen Menschen oder denen, die keiner offiziellen Glaubensgemeinschaften angehören, ihre Sichtweise vorschreiben wollen."
    
 
12. Stille bzw. unbekannte Humanisten
     ...
 

13. Humanismus und Spiritualität
     ...
 
14. Zukunft und Wünsche
 
  Ich wünsche mir, dass die kleine engagierte Gruppe wie die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben, die Säkularen – 
   beispielsweise der Humanistische Pressedienst, die Giordano Bruno Stiftung etc. die hier enormes für unsere Gesellschaft
   leisten, eine breite Unterstützung im Volk erreichen, und das vielleicht
   unterstützt mit Hilfe von Gewerkschaften. 
 
 
Antworten © bei der Urheberin
„Epikurs Garten“ – „Who-is-Hu“ – Gesichter gegenwärtiger Humanisten © Evelin Frerk
Fragen entwickelt und gestellt von Evelin Frerk und Laura Kase.
Mit Dank an Dr. Fiona Lorenz und Dr. Ursula Menzer.
Hamburg, Trier, Frühjahr 2010/Berlin, 2015-07-13
.............
 
B) "Wissenswertes zur Person"
Claudia Kahveci, 25.10.1965 in Wolfsburg geboren. Sie starb 49-jährig im Juli  2015.
Nach den Ausbildungen als Büro- und Industriekauffrau folgten weitere IHK-Fortbildungen zur Fachkauffrau für Marketing,
Beraterin für Finanzdienstleistungen und Ausbilderin.
 
Claudia Kahveci ist in der Automobilindustrie als Bezirksleiterin/Außendienst für den Vertrieb Deutschland tätig.
 
Sie ist zudem als Jägerin ausgebildet und über Jahre Mitglied bei Greenpeace und Attac.
Sie ist aktive EMMA-Leserin und aktuell als ehrenamtliche Mitarbeiterin für die DGHS in der Aufbauphase.
 
Privat umgibt Claudia Kahveci ein schönes Umfeld von lieben Familien (Krauses/Kahvecis),
Freunde/innen, engagierten Menschen im gegenwärtigen Humanismus und allerbeste Arbeitskollegen/innen.
 
 
Berlin, 2015.03.08/2015-04-04/2015-07-15/16/2015/08-18.e.F.

© 2008 - 2018 Who-is-HU | Alle Fotos © Evelin Frerk